Frechener Frühlingslauf – mein jährliches Muss
Von Bambini bis Bergwertung: Wenn die Innenstadt zur Laufstrecke wird
Einmal im Jahr wird der Rathausvorplatz in Frechen zum Start- und Zielbereich. Absperrgitter statt Autos, Startnummern statt Einkaufstüten, und die Fußgängerzone gehört für ein paar Stunden denen, die sich bewegen wollen. Der Frechener Frühlingslauf ist kein großes Marathonevent. Kein Prestige-Lauf mit Sponsorenwänden und Promi-Pacer. Aber genau das macht ihn aus.
Das ganze Spektrum
Was mich jedes Jahr wieder beeindruckt: Hier laufen alle. Den Anfang machen die Bambini auf ihren 660 Metern – manche kaum so groß wie die Absperrgitter. Startnummer, Zeitmessung, das volle Programm. Medaillen für alle gab es früher auch mal – leider nicht mehr. Finde ich schade. Aber die Eltern stehen trotzdem am Rand und sind nervöser als die Kids. Großartig.
Danach der Schülerlauf über 1,8 km. Schon mehr Tempo, schon mehr Ehrgeiz. Manche kommen mit der ganzen Schulklasse, manche mit dem Verein, manche einfach so. Dann der 10-km-Volkslauf, und zum Schluss die 5-km-Runde, bei der auch Walker und Nordic Walker unterwegs sind.
Die Bergwertung am Herbertskaul
Die Strecke ist ein vermessener Rundkurs. Durch die Fußgängerzone, durchs Wohngebiet, und dann hoch – die Burgstraße rauf zum Herbertskaul. Das ist die Bergwertung, und sie tut jedes Mal weh. Beim 10-km-Lauf zweimal, weil der Kurs doppelt gelaufen wird. Wer hier oben noch Tempo machen kann, hat sich den Bergmeister-Titel verdient.
Beim Runterlaufen kriegt man die Beine dafür geschenkt. Und dann trägt einen die Stimmung am Rathausvorplatz ins Ziel – das klingt pathetisch, stimmt aber.
Drumherum
Der Frühlingslauf ist nicht nur der Lauf. Rund um den Rathausvorplatz ist den ganzen Vormittag Programm. Essen, Trinken, Musik, Siegerehrungen, Leute treffen, die man nur einmal im Jahr hier sieht. Die Turnerschaft Frechen organisiert das seit Jahren, und es läuft. Im doppelten Sinn.
Wer sich besonders beweisen will: Es gibt eine Doppelwertung. 5 km und 10 km am selben Tag. 15 Kilometer insgesamt, inklusive dreimal Bergwertung. Das ist sportlich kein Scherz.
Warum ich jedes Jahr dabei bin
Es ist meine Heimat. Die Strecke führt durch Straßen, durch die ich als Kind gelaufen bin – damals nicht auf Zeit. Vorbei an meiner Grundschule, vorbei an meiner weiterführenden Schule. Der Frühlingslauf gehört zu Frechen wie der Marktplatz. Und er erinnert mich jedes Jahr daran, dass Sport nicht groß und teuer sein muss. Startnummer abholen, Schuhe an, loslaufen. Vor der eigenen Haustür.