Rodízio Pantanal Köln – Fleisch ohne Ende, Fleisch ohne Reue
Brasilianisches Rodízio direkt am Kino – ein Erlebnis
Es war ein Donnerstagabend, und der Plan war eigentlich Kino. Wir haben dann entschieden, erst essen zu gehen – und sind nach zwei Stunden aus dem Rodízio Pantanal rausgekommen mit dem einhelligen Beschluss, dass wir keine Energie mehr für einen Film hatten. Zu viel Fleisch, zu viel Zufriedenheit, zu bequem im Stuhl.
Das Prinzip eines Rodízios klingt auf dem Papier fast absurd: Du setzt dich hin, und dann kommen Kellner mit Spießen zu dir. Verschiedene Cuts, frisch vom Grill, direkt am Tisch abgeschnitten. Und das geht so weiter, bis du irgendwie Stopp signalisierst. Das kleine Holzschildchen auf dem Tisch – eine Seite grün, eine rot – wird zum einzigen Kommunikationsmittel des Abends.
Picanha war für mich das Highlight: Rinderhüfte mit Fettrand, das Fleisch zart und leicht salzig, mit dieser typischen Grillnote. Wenn der Kellner damit vorbeikommt, bleibt das Schildchen grün. Immer. Die Chorizo dazu, etwas schärfer, knusprig am Rand – perfekte Abwechslung. Man probiert sich durch und findet schnell seine Reihenfolge.
Was ich an diesem Abend gelernt habe: Man kommt ins Rodízio nicht, um schnell zu essen. Die Salatstation mit Reis, Bohnen und Farofa – geröstetem Maniokmehl – ist der Anker, um das Fleisch abzupuffern und zwischendurch mal durchzuatmen. Man isst, man redet, man bestellt Wasser, man isst wieder. Das ist ein Abendprogramm für sich.
Der Film an dem Abend? Haben wir ausfallen lassen. Aber das Rodízio ist seitdem ein fester Bestandteil meiner Köln-Abende. Manchmal braucht man keinen Plan B.