Vasco da Gama – ein portugiesisches Highlight
Wenn Pastéis de Nata und Bacalhau alles richtig machen
Ich erinnere mich noch, wie ich zum ersten Mal vor dem Vasco da Gama stand und kurz überlegt habe, ob ich nicht lieber woanders hingehe. Kein auffälliges Schild, keine Instagram-Tafel, kein Schaufenster-Styling. Einfach ein Restaurant. Ich bin trotzdem rein – und das war eine gute Entscheidung.
Das erste Pastel de Nata ist einer dieser Momente, die etwas in Ordnung bringen. Wer diese kleinen Blätterteig-Törtchen nur vom Supermarkt kennt – kalt, labberig, aus der Plastikverpackung – wird beim ersten warmen Original verstehen, was damit eigentlich gemeint war. Hier kamen sie frisch, leicht karamellisiert, mit dieser cremigen Füllung, die noch ein bisschen wackelt. Ich habe zwei genommen. Dann noch einen dritten.
Der Bacalhau war für mich echtes Neuland. Gesalzener Kabeljau, das Herzstück der portugiesischen Küche – angeblich in über tausend Variationen zubereitet. Ich kannte Fischgerichte, aber nicht dieses. Das Vasco da Gama hat es mir beigebracht: zart, nicht zu salzig, in einer Sauce, die das Gericht zusammenhält ohne es zu übertönen. Ich hatte erwartet, dass es mir zu intensiv sein würde. Es war das Gegenteil.
Seither denke ich beim Stichwort Portugal sofort an diesen Abend. Nicht an bekannte Postkartenbilder, nicht an Fado-Klischees. Sondern an Bacalhau, warme Pastéis und das Gefühl, eine Küche entdeckt zu haben, die seit Jahren stillschweigend zu den besten Europas gehört – ohne es nötig zu haben, laut darüber zu reden.
Portugal ist kulinarisch unterschätzt. Das Vasco da Gama ist der Beweis.