WowCrab Antwerpen – Essen nicht am Tisch, sondern vom Tisch
Das Original bleibt das Original. Messy, laut, unfassbar gut.
Ich bin über WowCrab gestolpert, weil jemand ein Foto geteilt hatte, auf dem man Krabben von einer mit Papier bedeckten Tischfläche aß – ohne Teller, ohne Besteck, ohne Tischmanieren im klassischen Sinne.
Antwerpen war der erste Besuch. Die Stadt allein ist einen Trip wert – aber WowCrab war schnell der Anlass, um den sich alles andere an diesem Tag organisiert hatte. Das Restaurant ist nicht das, was man sich unter einem Seafood-Lokal vorstellt: kein weißes Tischtuch, keine Weinkarte mit Lederhülle, keine gedämpfte Restaurantatmosphäre. Stattdessen: laut, lebendig, lange Tische, alles mit Papier bedeckt. Das Essen kommt direkt drauf.
Das Konzept ist simpel und wunderbar konsequent: Krabben, Garnelen, Muscheln – alles gewürzt mit einer Sauce nach Wahl. Die Gewürze werden mit reingemischt, alles landet vor dir auf dem Papier, und dann geht es los. Mit den Händen, versteht sich. Es gibt Plastikhandschuhe, es gibt Lätzchen – und es gibt den stillen Konsens am Tisch, dass heute niemand sauber bleibt.
Die Sauce ist das Herzstück. Butter, Knoblauch, Cajun-Gewürze und ein paar andere Dinge, die ich nicht vollständig identifizieren konnte und auch nicht wollte. Man möchte einfach mehr davon. Die Krabben ziehen das Aroma komplett auf, das Fleisch ist zart und saftig, und mit etwas Brot, das man in die Sauce taucht, ist das eine Mahlzeit, über die man noch Wochen später redet.
Mittlerweile gibt es mit dem CrabCrab eine Düsseldorfer Alternative, die das Konzept aufgegriffen hat – und es auch gut macht. Und seit kurzem hat sogar WowCrab selbst in Düsseldorf aufgemacht. Ich habe beides besucht. Aber Antwerpen bleibt das Original, und das Original hat etwas, das die anderen nicht ganz replizieren können: dieses Gefühl, dass man dort nicht nur essen geht, sondern dass man genau dort sein will.